Katholisches Klinikum fährt elektrisch
Kleine Elektro- Flitzer pendeln zwischen Brüderhaus, Marienhof und Montabaur
Unscheinbar fügen sie sich in den Koblenzer Großstadtverkehr ein - zwei kleine französische Elektroautos Typ C-Zero der Marke Citroen. Und doch sind sie etwas Besonderes: denn sie nehmen an einem Pilotprojekt zur Entwicklung der Elektromobilität in Koblenz teil, das vom Umweltamt der Stadt Koblenz und der KEVAG mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland Pfalz im Frühjahr 2011 gestartet wurde. Am Steuer der kleinen, fast geräuschlosen Flitzer, sitzen Mitarbeiter des Katholischen Klinikums Koblenz-Montabaur und absolvieren vorwiegend die Hol- und Bringdienste zwischen dem Marienhof und dem Brüderhaus in Koblenz und dem Krankenhaus der barmherzigen Brüder in Montabaur.
Für den „medizinischen Versuch“ ist das Katholische Klinikum ein idealer Partner. Dort hat das Thema "Energieeffizienz“ nachhaltig Priorität.
Gemeinsam mit KEVAG wurden für den Marienhof und das Brüderkrankenhaus in 2009 bis 2010 umfassende Energiekonzepte erarbeitet und systematisch umgesetzt. Vor einiger Zeit wurde im Brüderhaus ein Gasturbinen-Heizkraftwerk eingebaut, die das Krankenhaus mit Strom und Wärme versorgt und für die zentrale Sterilisation im Einsatz ist. Inzwischen wurde dadurch die Energieeffizienz so verbessert, dass die Verwaltung auch im Krankenhaus Montabaur eine ähnliche Anlage plant. Die Energieeinsparkonzepte sind langfristig angelegt und beziehen die Mitarbeiter-Sensibilisierung ausdrücklich mit ein.
Der Pilotversuch mit Elektrofahrzeugen kam deshalb sehr gelegen. Passt er doch in die langfristige Ausrichtung der Institution. Der kaufmännische Direktor Alfred Ruppel: „Wir wollen nicht stehen bleiben. Wenn sich unsere Vorstellungen logistisch bewähren, gehen wir auch den nächsten Schritt.“Ganz konkret könnte das nahe gelegen Parkanlage mit einbezogen werden, mit einem „Elektroparkdeck“, inklusive Ladestation für E-Fahrzeuge und einem
Car-Sharing-Konzept, bei dem sich Bürger die Autos zeitweise ausleihen können. „Was spricht gegen „Parken und Tanken ? “, sieht der Verwaltungschef seine Vision schon konkret vor sich. Die beiden Elektro-Citroens sind für das Klinikum eine wichtige Komponente auf diesem Weg. Die Erfahrungen sollen dokumentiert und vermutlich in einer
Diplomarbeit aufgearbeitet werden.
Mit dem Pilotprojekt zur Entwicklung der Elektromobilität sollen die Möglichkeiten des Einsatzes von E-Mobilität in der Rhein-Mosel-Stadt in geeigneten Anwendungsfeldern konkret erprobt und aufgezeigt werden. Das Projekt ist fachlich in ein Kompetenznetzwerk des Landes eingebunden. Zur Verbreitung der lokalen Elektromobilität wurde ein lokales Netzwerk gegründet, in dem mit Fachleuten, Multiplikatoren und Anwendern regelmäßig die Projekterfahrungen und hierauf aufbauende Verbreitungskonzepte erörtert und umgesetzt werden. Das Projekt weist drei Schwerpunkte auf: Wie können elektrisch betriebene Fahrzeuge im medizinischen Außendienst eingesetzt werden? Dabei ist auch die ambulante Pflege einbezogen. Wie kann der städtische Fuhrpark auf Fahrzeuge umgestellt werden, die mit Energie aus
erneuerbaren Quellen emissionsfrei betrieben werden? Das städtische Umweltamt hat zu diesem Zweck von KEVAG eine Elektroauto zur Verfügung gestellt bekommen. Eine Ladesäule wurde jüngst am Rathaus in Betrieb genommen. Das dritte Testfeld berührt den Tourismus. Hier geht es in erster Linie um die Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes zur Stärkung des regionalen Tourismus mittels Elektromobilität. Dabei steht die Zweiradmobilität im Vordergrund.


