Bendorf ist für Stromversorgung der Zukunft gerüstet
Mit Millionenaufwand hat die KEVAG Verteilnetz GmbH die Umspannanlage Bendorf „Am Bungert“ umgerüstet. Die Anlage wird die Stromversorgung von Bendorf und Anliegerbereichen noch sicherer machen. Veränderungen im Energiebedarf und zunehmende Einspeisungen von regenerativen Energien erforderten eine neue Technik und intelligente Netzsteuerungen (SmartGrid), die mit der Altanlage nicht zu realisieren gewesen wären. Die KEVAG-Investitionen sind Teil eines Programms, mit dem nicht nur das Netz den Erfordernissen der „Energiewende“ angepasst wird sondern die verstärkte Produktion regenerativ erzeugten Stroms durch KEVAG berücksichtigt. Bürgermeister Michael Syré und KEVAG-Vorstand Dr. Karlheinz Sonnenberg übergaben am Montag die Anlage ihrer Bestimmung.
Gemeinsam mit dem Verteilnetzbetreiber der RheinRuhr Netz AG, wurde deshalb in 2010 mit dem Bau eines neuen Schalt-und Steuergebäudes begonnen.
Durch den Einsatz modernster Schaltanlagentechnik in gasisolierter Bauweise, konnte der gesamte Flächenbedarf der Gebäude auf ein Drittel reduziert, die Personen- und Versorgungssicherheit durch diese Anlagentechnik weiter erhöht werden. Die komplette Anlage ist ferngesteuert und wird über die Netzleitstelle der KEVAG in
Koblenz rund um die Uhr fernüberwacht.
Die beiden Transformatoren (110.000 V / 20.000 V) beliefern mit ihrer Leistung von je 15 MW (MegaWatt) etwa 20.000 Haushalte mit Strom.
Aus der Umspannanlage Bendorf werden neben der Stadt Bendorf mit Hafen und Industriegebiete, noch Mühlhofen, Sayn, Saynbachtal, Weitersburg und Teile von Vallendar und Nauort versorgt.
In einer Gesamtbauzeit von etwa einem Jahr wurden nicht nur die Gebäude und die technischen Inneneinrichtungen erneuert, sondern auch die kompletten Kabelanlagen innerhalb der Umspannanlage. KEVAG Verteilnetz GmbH investierte in diese neueste Anlage der Stromversorgung ca. 1.1 Mio Euro.
Die Umspannanlage Bendorf befindet sich auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Stahlgießerei Concordia Hütte. Der erste Hochofen des Stahl- und Walzwerkes Concordia Hütte wurde bereits 1843 in Betrieb genommen. Bis 1993 wurde Stahlguss in Bendorf hergestellt. In den Kriegsjahren und nach 1950 bis Ende der 60 Jahren waren fast 1500 Mitarbeiter bei der Concordia Hütte beschäftigt.
Mit der zunehmenden Stahlherstellung wuchs auch der Energiebedarf der Concordia Hütte. 1940 wurde deshalb auf einem Teil des Betriebsgeländes die Umspannanlage „Bendorf Concordia“ durch die RWE AG errichtet. Das Schalt- und Steuergebäude wurde damals in Massivbauweise mit Ziegelstein gebaut und hat eine Grundfläche von etwa 400 Quadratmetern und einen eigenen „Luftschutzraum“.
Es war eine sogenannte „geteilte Anlage“, die einerseits die Concordia Hütte mit zwei Transformatoren 110.000 Volt / 10.000 Volt und die Stadt Bendorf mit einem Transformator (110.000 Volt / 10.000 Volt) versorgte. In den 70er Jahren wurde die „Stadtanlage“ auf 110.000 Volt und 20.000 Volt umgebaut.
Die technischen Inneneinrichtungen und die luftisolierten Schaltanlagen wurden immer wieder dem Stand der Technik angepasst. Nach der Schließung der Concordia Hütte wurden die 110.000 Volt Freiluftanlage und die Transformatoren durch die RWE AG umgebaut und erneuert.



